Es ist auffallend, daß in den Jahren zwischen 1870 und 1880 überaus viele Vereine und Feuerwehren gegründet wurden. Die Erklärung dafür ist verhältnismäßig leicht zu finden. Der siegreich beendete Krieg 1870/71 ließ überall den Sinn für ein gemeinsames Handeln lebendig werden.

Bei der Suche nach weiteren Ursachen für die Gründung einer Feuerwehr halte man sich vor Augen, wie die Menschen vor 100 Jahren, bevor es die organisierte Ortsfeuerwehr gab, Brände bekämpften. Meist ging es bei einer Brandkatastrophe recht ungeordnet zu. Viele Leute strömten zur Bekämpfung des Feuers herbei, jedoch keiner der Helfer war für diese Tätigkeit speziell ausgebildet. Man kann sich leicht ausmalen daß ohne Leitung und Führung jeder Brandhelfer nach eigenem Gutdünken und Ermessen handelte. Besserwisser und Übereifrige machten oft den Schaden noch schlimmer, als er sowieso schon war. So viel das vom Brand betroffene Gebäude gewöhnlich bis zum Grund in Schutt und Asche. Man rettete, was noch zu retten war, und das war meist nur das Allernotwendigste. Für den Betroffenen bedeutete ein Brand ein wirklich großes Unglück, durch das die Existenz aufs Äußerte gefährdet wurde.

Nach der Gründung fest organisierter Feuerwehren leitete ein Kommandant die Löscharbeiten. Die Wehrmänner hatten bestimmte Aufgaben. Jeder wurde für seine Tätigkeit ausgebildet und wußte genau was er zu tun hatte. Mit welcher Begeisterung man bei der Sache war, zeigt die Tatsache, daß man die Hilfe in der Not unentgeltlich leistete und sich deshalb „Freiwillige Feuerwehr“ nannte.

Auch wenn aus der Gründerzeit unserer Feuerwehr darüber kaum schriftliche Aufzeichnungen vorhanden sind, so ist es doch anzunehmen, daß die Gründe, die zu ihrer Entstehung führten, in den eingangs erwähnten Überlegungen zu finden sind. Auch sie wird aus dem Gefühl der Zusammengehörigkeit und dem Willen, sich gegenseitig in der Not zu helfen entstanden sein.

30 Männer aus unserem Ort waren es, die 1876 unsere hiesige Wehr ins Leben riefen. Genaugenommen waren es 29 Männer. Das dreißigste Gründungsmitglied war nämlich ein Bub von 12 Jahren. Bei der Durchsicht des vollständig überlieferten Mitgliedsverzeichnisses fällt auf, daß dieser als einziges Gründungsmitglied anläßlich des 50. Jubiläums zum Ehrenmitglied ernannt wurde, wohl aus dem einfachen Grunde, weil er der einzige aus jenem Kreise war, der dieses Jubiläum erlebte.

Wie wenig die technische Ausrüstung damals eine Rolle spielte, beweist die Tatsache, daß die einzige im vorigen Jahrhundert getätigte Anschaffung eine 1886 erworbene Druckspritze war. Sie wurde 1908 abgelöst durch eine Saug- und Druckspritze, die von acht Männern bedient werden mußte.

Der 1. Weltkrieg brachte die Verpflichtung aller mänlichen Bewohner der Gemeinde vom 17. Bis zum 60. Lebensjahr zum Feuerwehrdienst. Dies führte zur Entstehung einer sogenannten Pflichtfeuerwehr, deren Kommandant Josef Gramersberger, Landwirt von Hart, war. Gleichzeitig war er Stellvertreter des damaligen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, des Landwirts und Zimmerers Josef Hainzel von Untermößling. Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg erschreckten unsere Gemeinde durch mehere Großbrände. So zündete 1920 im Anwesen Gramersberger der Blitz, wurde 1924 das Anwesen Unterangelsberger (heute Denkl) durch Brandstiftung vollkommen eingeäschert.

Wieder zündete der Blitz, diesmal 1926 beim Minihofer, wo drei Firste abbrannten; nur der Getreidekasten konnte gerettet werden. 1933 wurde im Anwesen Hölzl (Kurmeier) durch Brandstiftung eine Scheune zum Raub der Flammen.

So ist es nicht verwunderlich, daß die hiesige Wehr bestrebt war, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Dies führte 1938 zur Anlage eines großen Löschweihers unweit der Kirche, der 1975 zugefüllt wurde, da er durch die allerorts geschaffenen Hydranten überflüssig geworden war.

Dem Verdienst des damaligen Bürgermeisters Xaver Amereller ist es zuzuschreiben, daß im Jahre 1946 durch eine Motorspritze, die sogenannte Einheitsspritze, die Schlagkraft der Wehr weiter erhöht werden konnte. Einige Schlepper, die in unserer Gemeinde damals schon vorhanden waren, ermöglichten es, mit einer Geschwindigkeit von rund 20 Stundenkilometern zur Brandstelle zu eilen, was gegenüber den bis dahin von Pferden gezogenen Geräten eine wesentliche Verbesserung bedeutete. Im Jahre 1954 bekam unsere Feuerwehr dann auch wieder eine neue Fahne. Leider wurde das Fest nachträglich überschattet von einem Großbrand, der am darauffolgenden Tag das Anwesen Zellhuber teilweise einäscherte.

Dem langjährigen Bürgermeister Amereller war es auch zu verdanken, daß unsere Wehr 1962 durch eine neue Motorspritze TS 8/8 verstärkt wurde. Dem rührigen Einsatz des damaligen Kommandanten Josef Biermaier ist es zuzuschreiben, daß dazu im darauffolgenden Jahr ein neues Löschfahrzeug vom Typ TSF (Ford Transit) kam. Er hatte bei der Übernahme der TS8/8 die Zusage dafür vom Bürgermeister unter der Bedingung bekommen, daß es ihm gelingen müsse, innerhalb eines Jahres drei Löschgruppen zum bronzenen Leistungsabzeichen zu führen.

Andreas Steiglechner, der einzige Bürgermeister des Landkreises Mühldorf, der selbst das bronzene Leistungsabzeichen erworben hatte, setzte sich sofort nach seinem Amtsantritt 1966 für den Bau eines neuen Gerätehauses ein, da das alte längst zu klein geworden und zur Pflege der neuen technischen Einrichtungen nicht geeignet war. Die Einweihung dieses neuen Gebäudes, das im 1. Stock auch die Räume der Gemeindekanzlei aufnahm, erfolgte in Anwesenheit zahlreicher Prominenz aus dem ganzen Landkreis am 22. September 1968.

Nach dem Zusammenschluß unserer Gemeinde mit der Stadt Mühldorf 1972 gingen auch die Räumlichkeiten im 1. Stock in den Besitz der Feuerwehr über, die jetzt als Schulungsraum, Büro und Vereinsstüberl genutzt werden.

Ein Tanklöschfahrzeug TLF16/25 (Mercedes) wurde dann 1980 der Feuerwehr übergeben. Mit der Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs 1990 wurde auch das Gerätehaus um einen Stellplatz erweitert. Diese Umbaumaßnahme wurde in Eigenleistung von den Aktiven bewerkstelligt. 1995 wurde dann nochmals eine unterkellerter Anbau an das bestehende Feuerwehrhaus ebenfalls in Eigenleistung fertiggestellt. 1999 wurde dann als Ersatzbeschaffung für das 23 Jahre alte LF8 ein LF16/12 (MAN) in den Dienst gestellt.
Das 1990 angeschaffte MZF wurde 2003 durch einen Mercedes Benz Sprinter ersetzt.

Zur Zeit besteht die Feuerwehr aus 64 Aktiven. Davon sind 15 Feuerwehranwärter bei der Jugendfeuerwehr. Seit 30 Jahren wird in Mößling hervorragende Jugendarbeit geleistet. Dabei waren Erfolge auf Kreis, u.- Landesebene zu verzeichnen. Auch ist die Feuerwehr keine reine Männerdomäne mehr. 1991 wurde daß erste Mädchen bei der Jugendfeuerwehr aufgenommen, welches inzwischen auch Ihren Dienst in der aktiven Mannschaft leistet. Das die Feuerwehr heute so ausgerüstet ist, und kammeradschaftlich so gut zusammenhält, ist ein großer Verdienst von Josef Biermaier, der 36 Jahre lang die Geschicke der Wehr geleitet hat. Mit seinem 60sten Geburtstag mußte Josef Biermaier als dienstältester Kommadant im Landkreis Mühldorf, sein Amt niederlegen. Nachfolger ist jetzt sein seinen Sohn Johann Biermaier, der bei der letzten Jahreshauptversammlung von den Aktiven ins Amt gewählt wurde.

Einsatzmäßig arbeitet die Feuerwehr Mößling eng mit den anderen beiden Ortsfeuerwehren Mühldorf und Altmühldorf zusammen. Die Einsätze sind überwiegend technische Hilfeleistungs-Einsätze, wie Verkehrsunfälle, Sturmschäden und Hochwasser. Der letzte Großbrand war 1997 im Industriegebiet in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb. Neu hinzugekommen ist das im Jahre 2007 eröffnete Autobahnteilstück der A94. Als angrenzende Feuerwehr betreuen wir hier bei Einsätzen den Abschnitt zwischen Mühldorf West (Ampfing) und Töging. Eine große Bedeutung kommt auch dem Flugplatz Mößling zu, der zum Einsatzgebiet der FFW gehört. 1998 fand hier das Antenne Bayern Sommerfest mit ca. 30.000 Besuchern statt. Die Feuerwehr bewerkstelligte hier den Brandschutz, und die Organisation der Parkplätze.

Abschließend kann gesagt werden, daß die Feuerwehr Mößling gut gerüstet ins nächste Jahrtausend gehen wird, um den Schutz unserer Mitbürger zu übernehmen nach dem alten Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr

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